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Völkerungwanderungszeit (ab 375/425 n. Chr.)

Funde aus der Völkerwanderungszeit sind im Emsland sehr selten. Erst aus der Karolingerzeit und aus dem frühen Mitelalter sind vor allem aus Ortskernen Funde erhalten.

 

Eine der wenigen nachgewiesenen Siedlungen der Völkerwanderungszeit aus dem 4./5. Jahrhundert wurde in Hemsen ausgegraben. Hier war es möglich, sieben Grubenhäuser und ein Pfostenhaus zu dokumentieren. Aus der Zeit zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert stammen Grabfunde aus Estringen. Das Gräberfeld beinhaltete sowohl "heidnische" als auch christliche Körpergräber, was ein Nebeneinanderexistieren von alten - heidnischen - und neuen christlichen Bestattungssitten widerspiegelt. Die Frage der Christianisierung des Emslandes kann jedoch aufgrund der nur spärlichen Funde nicht abschließend geklärt werden.

 

Einer herausragender Fund aus dem Mittelalter konnte mit dem Münzschatzfunde von Haren gemacht werden. Im Sommer 1997 wurden bei Straßenbauarbeiten in Haren-Osteresch Scherben eines kleinen Tongefäßes sowie insgesamt 384 dunkelgrün patinierte Silbermünzen gefunden. Bei den Münzen handelt es sich ausschließlich um sogenannte Pfennige vom Sterlingtyp. Sie sind nach dem Vorbild der englischen Pfennige geprägt worden, die nach dem kurzen Doppelfadenkreuz auf der Rückseite als „short-cross-Sterlinge“ bezeichnet werden und seit 1200 in Westfalen bekannt und beliebt waren. Das Vorkommen englischer Sterlinge in Westfalen einerseits und westfälischer Sterlinge in England andererseits spiegelt die engen Handelsbeziehungen zwischen England und Westfalen dieser Zeit wieder. Aus der Fundzusammensetzung und aus dem Fehlen jüngerer Münzen nach einer Währungsreform in England 1247 belegen ein Vergrabungsdatum der Harener Münzen um 1250. Zu diesem Datum paßt auch das Gefäß, in dem die Münzen vergraben wurden. Sogenannte „Pingsdorfer Gefäße“ wurden bis Mitte des 13. Jahrhunderts häufig als Behältnisse für Münzschätze genutzt.





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